Mehr Raum zum Durchatmen - HABA Pro breeze.upp

Die Kita ist ein farbenfroher Ort voller Leben, Kinderlachen sowie fantastischer Spiel- und Entwicklungsmöglichkeiten. Kinder werden dort groß und pädagogische Fachkräfte sorgen jeden Tag dafür, dass die Kinder eine anregende Lernumgebung vorfinden. HABA Pro möchte Kinder beim Abenteuer „Großwerden“ unterstützend begleiten und den Arbeitsalltag des Fachpersonals gewinnbringend mitgestalten. Aus diesem Grund haben wir unser neues Raumkonzept breeze.upp voll und ganz auf die Bedürfnisse der Kinder und Fachkräfte ausgerichtet: mit flexibel anpassbaren Möbeln, Licht- und Schallschutzlösungen und allem, was clevere Kita-Räume brauchen. Entdecken Sie jetzt unser Raumkonzept für den Eingangsbereich, die Garderobe, den Gruppenraum und den Personalraum. Mehr Details erfahren Sie in unserem Video.

 

 

Mehr Raum für Kinder

 

 

 

Entdecken Sie unsere breeze.upp Möbel für Ihre Kita

Eingangsbereich

Eingangsbereich mit breeze.upp Möbel

 

Gruppenraum

Gruppenraum mit breeze.upp Möbel

 

Personalraum

Personalraum mit breeze.upp Möbel

 

 

 

 

Von der Idee zum Raumkonzept

Unsere Expert:innen geben Einblicke in die Entwicklung der breeze.upp Möbel und erklären, was dahinter steckt.

breeze.upp Expertin Felicitas Bauer
Felicitas Bauer
Product Manager Furniture

"Die Arbeit hat sich gelohnt! Mit unserem vielseitigen Team haben wir ein Raumkonzept entwickelt, das Kinder und ... pädagogische Fachkräfte gleichermaßen im Kita-Alltag abholt. Die Möbel machen die Räume der Kita flexibel und multifunktional, sodass jederzeit auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden kann. Die Kinder haben genügend Platz, um sich zu entfalten, zu spielen und zu toben. Sie können sich zwischenzeitlich aber auch zurückziehen und zur Ruhe kommen. Das Gleiche gilt für die pädagogischen Fachkräfte. Das breeze.upp Raumkonzept von HABA Pro bietet ihnen nicht nur Platz für die entspannte Arbeit mit den Kindern, sondern auch für Schreibarbeiten und Organisatorisches. Alle Möbel können sie mit nur wenigen Handgriffen umgestalten und den Raum so verändern, dass er zu ihrer Arbeit passt. Der Raum richtet sich also nach den Fachkräften und nicht umgekehrt. Wie auch die Kinder haben die pädagogischen Fachkräfte Rückzugsmöglichkeiten, um wieder Energie zu tanken und sich auszuruhen. Dadurch wird ihre physische und psychische Gesundheit gewährleistet."

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breeze.upp Experte Michael Wirsing
Michael Wirsing
Lead Product Designer Furniture

"Die Produkte des breeze.upp Konzepts sollen den Alltag von Kindern und pädagogischen Fachkräften bereichern... und erleichtern. Es ist deshalb wichtig, dass hier Design, Funktion und Spielwert Hand in Hand gehen. In einer Kita machen Möbel täglich eine Menge mit. Aus diesem Grund sind sie aus besonders robusten Materialien gefertigt. Die Oberflächen sind in aktuellen, reizreduzierten Farben gehalten, die sich nahezu in jedes Ambiente einfügen und aufgrund ihrer Beschaffenheit auch noch leicht zu reinigen sind. Auch ging es bei der Entwicklung der Möbel um eine einfache Handhabung. So wurde zum Beispiel bei Hockern und Tischen sehr viel Wert auf ein geringes Gewicht gelegt, damit sie ohne Probleme sowohl von Kindern als auch Fachkräften bewegt werden können. Das beugt auf lange Sicht Rückenproblemen vor und trägt so maßgeblich zur Erhaltung der Gesundheit bei. Die runden, weichen Formen reduzieren das Verletzungsrisiko der Kinder und fügen sich perfekt in die jeweilige Raumsituation ein."

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breeze.upp Experte Lisa Werner
Lisa Werner
Product Designer Furniture

"Kitas sind Orte des Spielens, der Freude und des Lernens. Da ist jeden Tag eine Menge los und auf die Kinder ... prasseln viele Reize ein. Aus diesem Grund haben wir die Farbgebung des Raumkonzepts breeze.upp bewusst reduziert und gedeckt gehalten. Auf diese Weise bringen die Möbel Ruhe in den Raum und verhindern eine Reizüberfl utung der Kinder. Dasselbe gilt für die pädagogischen Fachkräfte. Zu viele bunte bzw. grelle Farben können auf Dauer überfordernd wirken, wenn man sich lange in einem solchen Raum aufhält. Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme können die Folge sein. Deshalb ist unsere Wahl auf ruhige, helle Farbtöne gefallen. Die Möbel des breeze.upp Konzepts von HABA Pro sollen vielmehr die Leinwand sein, die die Kinder und pädagogischen Fachkräfte gemeinsam selbst mit Farbe füllen: Durch gemeinsames Lachen, Spielen und ganz viel Spaß!"

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Interviews: Theorie und Praxis im Dialog

Interview mit Prof. Dr. Bernd Rudow

Gute & gesunde Raumgestaltung in der Kita

Wie müssen Kita-Räume gestaltet sein, dass die Kinder sich wohlfühlen und die pädagogischen Fachkräfte entspannt arbeiten können? Wir haben ein Interview mit Prof. Dr. Bernd Rudow geführt.

Prof. Dr. Bernd Rudow ist Psychologe und Arbeitswissenschaftler. In seiner Forschung beschäftigt er sich schwerpunktmäßig unter anderem mit Verhaltenswissenschaften, Arbeits- und Organisationsmanagement, Bildungsmanagement und empirischen Forschungsmethoden für Kita-Leitungskräfte. Er war und ist bis heute Dozent an mehreren Universitäten und hält Seminare und Workshops zu Themen wie Stress- und Burnout-Management, Arbeitsschutz, Konfliktmanagement uvm.

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Interview mit Prof. Dr. Bernd Rudow

Prof. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Psych. Bernd Rudow

Die Arbeit im Vorschulbereich befindet sich aktuell im Wandel. Wie müssen moderne Kita-Räume ausgestattet sein, um den Wandel mitzutragen?
Die Ganztagsbetreuung und die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren sorgen dafür, dass die Zahl der zu betreuenden Kinder in der Kita wächst. Dazu kommt noch der erhöhte Bildungsanspruch für die Drei- bis Sechsjährigen, sodass auch die Anforderungen an frühpädagogische Fachkräfte steigen. Dieser Trend erfordert neuartige Raumkonzepte: Kitas müssen neu gebaut und eingerichtet, bestehende Einrichtungen umgestaltet werden. Kindertageseinrichtungen sind ganzheitliche Systeme, bei deren Gestaltung pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche, ökonomische, ökologische und ästhetische Aspekte zu beachten sind. Denn es bestehen signifikante Wechselwirkungen zwischen Räumen und dem Erleben und Verhalten des Menschen. Gerade Kinder erleben diese Wechselwirkung sehr intensiv. Ein moderner Kita-Raum muss deshalb ganztägig ein Ort des Lebens, Erlebens und Lernens sein, der für die Kinder wie auch für die pädagogischen Fachkräfte inspirierend und gesundheitsförderlich gestaltet ist.

Wie wichtig ist die Raumgestaltung einer Kita für die Entwicklung der Kinder?
Kinder bewegen sich nicht nur in den Kita-Räumen, sie nehmen sie bewusst wahr, erleben sie und eignen sie sich an, indem sie diese mitgestalten. Sie sind diejenigen, die in den Räumen leben, sie mit Leben füllen und bespielen. Eine gute Raumgestaltung regt das Wahrnehmungs- und Lernpotenzial der Kinder an. Den Bedürfnissen und Kompetenzen des Kindes angemessen gestaltete Räume fördern die Eigenaktivität, Kreativität, Orientierung, Kommunikation, das Zusammenleben, Bewegungs- und Körpererfahrungen, aber auch das ästhetische Empfinden. Neben der Spieltätigkeit an sich haben die Umgebungsbedingungen wesentlichen Einfluss auf die Emotionen, die Stimmung und das Wohlbefinden der Kinder. Insgesamt wirken sie anregend für die Lernprozesse der Kinder und ihre Persönlichkeitsbildung aus.

Was verstehen Sie unter einer „guten gesunden Kita“?
Eine „gute gesunde Kita“ ist eine Einrichtung, in deren Räume Kinder spielen und lernen sowie pädagogische Fachkräfte gut arbeiten können. Deshalb sollte der gesundheits- und befindensförderlichen Gestaltung und Ausstattung von Kita-Räumen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt haben, sind pädagogische Fachkräfte in der Kita sehr belastet. Das zeigt sich in körperlichen und psychischen Reaktionen, die wesentlichen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit, ihr Befinden und ihre Gesundheit haben. Eine Langzeitfolge kann im schlimmsten Fall das Burnout sein – ein Gefühl des Ausgebranntseins. Davon sind etwa zehn Prozent der pädagogischen Fachkräfte betroffen. Deshalb ist es wichtig, auf arbeitswissenschaftlicher Grundlage Stressoren im Kita-Alltag zu reduzieren, z. B. durch Schallschutzlösungen oder eine ansprechende Lichtgestaltung.

Wie kann die „richtige“ Raumgestaltung pädagogische Fachkräfte bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen?
Kita-Räume sind für pädagogische Fachkräfte in erster Linie Arbeitsräume. Dabei haben die Räume in ihrer Funktionalität, Größe und Ausstattung wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsorganisation respektive Arbeitsabläufe. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen, dass die Hauptprobleme, die zu entsprechenden Befindensbeeinträchtigungen bei pädagogischen Fachkräften führen, in der Arbeitsorganisation liegen. Ein ergonomisches Raumkonzept kann zur Prävention stressbedingter Leistungsbeeinträchtigung, Gesundheitsstörungen und Erkrankungen beitragen. Die Räume sollten so gestaltet sein und genutzt werden können, dass pädagogische Fachkräfte in Ruhe kreativ arbeiten können. Sei es in einem entsprechenden Personalraum oder an einem separaten Arbeitsplatz im Gruppenraum.

Welchen Stellenwert haben Rückzugsmöglichkeiten in einer Kita für Kinder, aber auch pädagogische Fachkräfte?
Kinder und pädagogische Fachkräfte brauchen definitiv „Orte der Stille“, an denen sie temporär zur Ruhe kommen können. Für Kinder sind das beispielsweise Höhlen, Nischen oder Zelte, in denen sie sich abgeschirmt von den anderen vorübergehend aufhalten können. Das gilt ebenso für die pädagogischen Fachkräfte. Auch sie sollten auf Grundlage arbeitsorganisatorischer Maßnahmen die Chance haben, in einem geeigneten Raum eine Pause zu machen. Dafür eignet sich gerade der Personalraum. Hier gibt es neben einem Arbeitsbereich auch einen Ruhebereich. Ein solcher Bereich kann entschieden zum Wohlbefinden und zur Gesundheit beitragen, weil in ihm eine angenehme, wohltuende Atmosphäre vorherrscht. Er kann mit Sofas, Hockern oder ähnlichem ausgestattet sein. Hauptsache ist, dass die pädagogischen Fachkräfte hier für eine kurze Zeit „abschalten“ und wieder „Energie auftanken“ können.

Stichwort Gruppenraum: Wie muss er gestaltet sein, damit Kinder möglichst vielfältige Anregungen bekommen?
Der Gruppenraum ist das Herzstück der Einrichtung und bildet dementsprechend das Zentrum der Raumgestaltung. Hier findet hauptsächlich das Kita-Leben statt, besonders bei schlechtem Wetter. Er ist das Zentrum der Aktivitäten und Kreativität, aber auch Ruhe. Demzufolge sollte der Gruppenraum mehr denn je als Bildungsraum gestaltet werden, in dem Kinder vielfältige Anregungen erhalten. Es geht darum, den Gruppenraum möglichst flexibel zu gestalten. Das bedeutet: Er soll so dynamisch sein, dass er nach den Wünschen der pädagogischen Fachkräfte und Kinder im Laufe des Tages ohne größeren zeitlichen Aufwand und Kraftaufwand permanent umgestaltet werden kann. Aus diesem Grund sollte der Gruppenraum in verschiedene Spiel-, Aktions- und Ruhezonen aufgeteilt sein, genügend Bodenfläche haben und über flexible Einrichtungs- und Gestaltungselemente verfügen. Dabei sollte sich die Flexibilität nicht nur auf das Hin- und Herschieben einzelner Elemente beschränken, sondern es geht auch darum, variable Zonen im Raum zu schaffen.


Vielen Dank für das Gespräch.

 

Interview mit Dr. Jan-David Freund

Der Raum als dritter Pädagoge

Kita-Räume, die Kinder bei ihrer Entwicklung unterstützen und pädagogische Fachkräfte entlasten. Dr. Jan-David Freund verrät Ihnen in einem Interview mehr dazu.

Dr. Jan-David Freund ist Diplom-Psychologe und war viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. In seiner Forschung beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit Kompetenzentwicklung im Vorschulalter sowie der Qualität institutioneller sowie häuslicher Lernumgebungen und publizierte zu diesen Themen.

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Interview mit Prof. Dr. Bernd Rudow

Dr. Jan-David Freund

Was versteht man darunter, wenn ein Kita-Raum als „dritter Pädagoge“ bezeichnet wird?
Dabei handelt es sich um ein Konzept von Loris Malaguzzi, dem Begründer der Reggio-Pädagogik. Gemeint ist, dass die Räume so gestaltet werden, dass sie selbst Lernprozesse unterstützen, indem Kinder in ihnen selbstorganisiert und entlang eigener Ziele lernen können, ohne dabei von anderen angeleitet zu werden.

Wie kann die Möblierung im Raum als „dritter Pädagoge“ mitwirken?
Damit Räume diese Funktion erfüllen, müssen sie für Kinder zwei Dinge gewährleisten: Geborgenheit und Stimulation. Beides ist ohne geeignete Möblierung kaum zu bewerkstelligen. Gepolsterte Flächen, Höhlen und Verstecke geben Kindern Möglichkeiten, es sich gemütlich zu machen oder sich zurückzuziehen. Zur Stimulation tragen beispielsweise Möbelstücke bei, die anregende Materialien und Spielzeuge kindgerecht strukturieren und verfügbar machen oder solche, die selbst eine Herausforderung darstellen, weil man sie beklettern oder in ein Fantasiespiel einbeziehen kann.

Auf welche Weise profitieren pädagogische Fachkräfte vom Kita-Raum als „drittem Pädagogen“?
Wenn Kinder sich selbst Ziele stecken und die Materialien, die sie für ihr Projekt benötigen, selbst finden und gut erreichen können, sind sie in dieser Zeit pädagogisch sinnvoll beschäftigt und die Fachkräfte haben mehr Zeit, auf die Bedürfnisse anderer Kinder einzugehen oder Dinge vorzubereiten. Auch über ihre Projekte hinaus sind die Kinder zufriedener und besser ausgelastet, also weniger anfällig für Unzufriedenheit, Unruhe und andere unerwünschte Blüten, die Langeweile manchmal treibt. Im Idealfall erleichtert die Möblierung aber nicht nur den Kindern die Umsetzung von Projekten, sondern auch den Fachkräften. Sei es, weil mit wenigen Handgriffen etwas vorbereitet werden kann oder weil die Kinder selbst dabei mithelfen können.

Ihre Lebenswelten und ihre materielle Umwelt sind für Kinder immer auch Lernwelten. Wie können die Raumgestaltung und Möblierung in der Kita Kinder bei ihrer Entwicklung unterstützen?
Ganz im Sinne des Raums als „drittem Pädagogen“ schaffen gut gestaltete Räume eine ideale Basis für Kinder, in der sie sich sicher und geborgen fühlen und bieten gleichzeitig Anregungsmöglichkeiten, an denen sie ihre Fähigkeiten erproben und weiterentwickeln können. Die emotionale Basis ist wichtig, da Lernen unter Stress stets schlechter funktioniert. Kreativität und Fantasie, Offenheit und Neugier, aber auch schlicht das Behalten neuen Wissens, all diese Triebfedern kindlicher Entwicklung funktionieren nur auf solch einer stabilen Grundlage. Wenn die Räume auch noch Anregungsmomente schaffen und anregende Spielsachen und Materialien für den richtigen Moment und für den selbstständigen Zugriff bereithalten, dann werden sie dem Sprachbild des Kindergartens wirklich gerecht, in dem die Kinder in ihrem eigenen Tempo wachsen und gedeihen können.

Zurückgenommene Farbgestaltung: Welche Auswirkungen hat eine reizreduzierte Umgebung auf Kinder in der Kita?
Eine farblich angenehme, zurückhaltende Gestaltung hilft Kindern, morgens gut an- und nach einem aufregenden Spiel zur Ruhe zu kommen. Für einen Turnraum hat man vermutlich andere Ziele, aber im Flur, an den Garderoben und besonders im Gruppenraum fährt man mit zurückhaltenden, leichten Farben im Alltag besser. Dazu kommt noch ein weiterer Faktor: Kinder bringen selbst viel Farbe, Buntheit und ja, auch Unruhe in Räume. Sie wollen ihre Umwelt gestalten oder zumindest mitgestalten. Einem Maler würden wir auch eine leere Staffelei vorbereiten und ihn nicht vor ein fertiges Bild setzen. Indem wir Kindern den Raum zur eigenen Gestaltung lassen, regen wir ihre Kreativität an und stärken ihre Selbstwirksamkeit und es schaut auch einfach besser aus, wenn Kinderkunstwerke nicht mit einem bereits zu buntem Zimmer konkurrieren müssen.

Kinder sind ständig in Bewegung und erschließen sich so ihre Welt. Wie muss z. B. ein Kita-Gruppenraum eingerichtet sein, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen?
Vor allem sollten sie nicht zu voll sein und sinnvolle Möglichkeiten bieten, Spiele zusammen mit den Kindern nach ihrem Abschluss schnell wieder aufzuräumen. Außerdem ist es wichtig, Laufwege und Bewegungsbereiche so zu trennen, dass die Kinder, die gerade in Bewegung sind, nicht mit gerade ruhig spielenden Kindern in Konflikt geraten. Das geht auch ganz ohne Trennwände, wenn man sich bei der Raumkonzeption die Zeit nimmt, typische Spiel- und Bewegungsabläufe zu beobachten und dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Wie wichtig ist es, dass sich Kinder eigenaktiv den Raum aneignen und ihn selbst umgestalten können? Stichwort: flexible Möbel.
Extrem wichtig. Die Entwicklung von Kindern ist keine Maßnahme, die wir an ihnen vollziehen, sondern ein Prozess, der von ihnen ausgeht. Sie sind hier die Akteure und sollten auch die Taktgeber sein. Wie auch die Menschen, die sie dabei pädagogische begleiten, sollten auch die Räume vor allem ermöglichen und unterstützen, aber ihnen den Freiraum lassen, sich selbst zu entfalten. Flexible Möbel können genau das leisten. Je mehr sie ermöglichen, dass man nicht „Nein“ sagen muss, sondern die Ziele und Pläne der Kinder umsetzen kann, desto besser. Das reduziert für alle Beteiligten den Stress und trägt maßgeblich zu Zufriedenheit und pädagogischem Gelingen im Kita-Alltag bei.


Vielen Dank für das Gespräch.

Der Raum als dritter Pädagoge

Kita-Räume, die Kinder bei ihrer Entwicklung unterstützen und pädagogische Fachkräfte entlasten. Dr. Jan-David Freund verrät Ihnen in einem Interview mehr dazu.

Dr. Jan-David Freund ist Diplom-Psychologe und war viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. In seiner Forschung beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit Kompetenzentwicklung im Vorschulalter sowie der Qualität institutioneller sowie häuslicher Lernumgebungen und publizierte zu diesen Themen.

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Interview mit Prof. Dr. Bernd Rudow

Dr. Jan-David Freund

Was versteht man darunter, wenn ein Kita-Raum als „dritter Pädagoge“ bezeichnet wird?
Dabei handelt es sich um ein Konzept von Loris Malaguzzi, dem Begründer der Reggio-Pädagogik. Gemeint ist, dass die Räume so gestaltet werden, dass sie selbst Lernprozesse unterstützen, indem Kinder in ihnen selbstorganisiert und entlang eigener Ziele lernen können, ohne dabei von anderen angeleitet zu werden.

Wie kann die Möblierung im Raum als „dritter Pädagoge“ mitwirken?
Damit Räume diese Funktion erfüllen, müssen sie für Kinder zwei Dinge gewährleisten: Geborgenheit und Stimulation. Beides ist ohne geeignete Möblierung kaum zu bewerkstelligen. Gepolsterte Flächen, Höhlen und Verstecke geben Kindern Möglichkeiten, es sich gemütlich zu machen oder sich zurückzuziehen. Zur Stimulation tragen beispielsweise Möbelstücke bei, die anregende Materialien und Spielzeuge kindgerecht strukturieren und verfügbar machen oder solche, die selbst eine Herausforderung darstellen, weil man sie beklettern oder in ein Fantasiespiel einbeziehen kann.

Auf welche Weise profitieren pädagogische Fachkräfte vom Kita-Raum als „drittem Pädagogen“?
Wenn Kinder sich selbst Ziele stecken und die Materialien, die sie für ihr Projekt benötigen, selbst finden und gut erreichen können, sind sie in dieser Zeit pädagogisch sinnvoll beschäftigt und die Fachkräfte haben mehr Zeit, auf die Bedürfnisse anderer Kinder einzugehen oder Dinge vorzubereiten. Auch über ihre Projekte hinaus sind die Kinder zufriedener und besser ausgelastet, also weniger anfällig für Unzufriedenheit, Unruhe und andere unerwünschte Blüten, die Langeweile manchmal treibt. Im Idealfall erleichtert die Möblierung aber nicht nur den Kindern die Umsetzung von Projekten, sondern auch den Fachkräften. Sei es, weil mit wenigen Handgriffen etwas vorbereitet werden kann oder weil die Kinder selbst dabei mithelfen können.

Ihre Lebenswelten und ihre materielle Umwelt sind für Kinder immer auch Lernwelten. Wie können die Raumgestaltung und Möblierung in der Kita Kinder bei ihrer Entwicklung unterstützen?
Ganz im Sinne des Raums als „drittem Pädagogen“ schaffen gut gestaltete Räume eine ideale Basis für Kinder, in der sie sich sicher und geborgen fühlen und bieten gleichzeitig Anregungsmöglichkeiten, an denen sie ihre Fähigkeiten erproben und weiterentwickeln können. Die emotionale Basis ist wichtig, da Lernen unter Stress stets schlechter funktioniert. Kreativität und Fantasie, Offenheit und Neugier, aber auch schlicht das Behalten neuen Wissens, all diese Triebfedern kindlicher Entwicklung funktionieren nur auf solch einer stabilen Grundlage. Wenn die Räume auch noch Anregungsmomente schaffen und anregende Spielsachen und Materialien für den richtigen Moment und für den selbstständigen Zugriff bereithalten, dann werden sie dem Sprachbild des Kindergartens wirklich gerecht, in dem die Kinder in ihrem eigenen Tempo wachsen und gedeihen können.

Zurückgenommene Farbgestaltung: Welche Auswirkungen hat eine reizreduzierte Umgebung auf Kinder in der Kita?
Eine farblich angenehme, zurückhaltende Gestaltung hilft Kindern, morgens gut an- und nach einem aufregenden Spiel zur Ruhe zu kommen. Für einen Turnraum hat man vermutlich andere Ziele, aber im Flur, an den Garderoben und besonders im Gruppenraum fährt man mit zurückhaltenden, leichten Farben im Alltag besser. Dazu kommt noch ein weiterer Faktor: Kinder bringen selbst viel Farbe, Buntheit und ja, auch Unruhe in Räume. Sie wollen ihre Umwelt gestalten oder zumindest mitgestalten. Einem Maler würden wir auch eine leere Staffelei vorbereiten und ihn nicht vor ein fertiges Bild setzen. Indem wir Kindern den Raum zur eigenen Gestaltung lassen, regen wir ihre Kreativität an und stärken ihre Selbstwirksamkeit und es schaut auch einfach besser aus, wenn Kinderkunstwerke nicht mit einem bereits zu buntem Zimmer konkurrieren müssen.

Kinder sind ständig in Bewegung und erschließen sich so ihre Welt. Wie muss z. B. ein Kita-Gruppenraum eingerichtet sein, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen?
Vor allem sollten sie nicht zu voll sein und sinnvolle Möglichkeiten bieten, Spiele zusammen mit den Kindern nach ihrem Abschluss schnell wieder aufzuräumen. Außerdem ist es wichtig, Laufwege und Bewegungsbereiche so zu trennen, dass die Kinder, die gerade in Bewegung sind, nicht mit gerade ruhig spielenden Kindern in Konflikt geraten. Das geht auch ganz ohne Trennwände, wenn man sich bei der Raumkonzeption die Zeit nimmt, typische Spiel- und Bewegungsabläufe zu beobachten und dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Wie wichtig ist es, dass sich Kinder eigenaktiv den Raum aneignen und ihn selbst umgestalten können? Stichwort: flexible Möbel.
Extrem wichtig. Die Entwicklung von Kindern ist keine Maßnahme, die wir an ihnen vollziehen, sondern ein Prozess, der von ihnen ausgeht. Sie sind hier die Akteure und sollten auch die Taktgeber sein. Wie auch die Menschen, die sie dabei pädagogische begleiten, sollten auch die Räume vor allem ermöglichen und unterstützen, aber ihnen den Freiraum lassen, sich selbst zu entfalten. Flexible Möbel können genau das leisten. Je mehr sie ermöglichen, dass man nicht „Nein“ sagen muss, sondern die Ziele und Pläne der Kinder umsetzen kann, desto besser. Das reduziert für alle Beteiligten den Stress und trägt maßgeblich zu Zufriedenheit und pädagogischem Gelingen im Kita-Alltag bei.


Vielen Dank für das Gespräch.

Interview mit Dr. Jan-David Freund