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Die Bildungsbereiche im Kindergarten

Impulse für ihre kreative Umsetzung

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Die ganzheitliche Förderung von Kindern ist eines der wichtigsten Ziele der Elementarpädagogik. In welchen Bildungsbereichen diese Frühförderung in Kita und Kindergarten stattfinden soll, regeln die Bildungspläne der Länder. Diese mögen sich in der konkreten Benennung und Gewichtung der einzelnen Bereiche geringfügig unterscheiden, zielen aber alle auf eines ab: Kinder umfassend und unter Berücksichtigung aller Aspekte der kindlichen Entwicklung zu fördern.


„Bildung ist nicht das Füllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen.“
Heraklit


Die Anforderungen der Bildungsbereiche in den Kindergartenalltag zu integrieren, ist manchmal eine Herausforderung. Nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich. Es ist wichtig, den Kindern vielfältige Impulse zum eigenständigen Lernen und Entdecken zu geben. Zudem sollten sie die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu machen und Aufgaben zu bewältigen. Die Raumgestaltung in Kita und Kindergarten kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten, etwa durch gemütliche Vorleseecken, in denen Kinder sich wohlfühlen, durch abwechslungsreiche Kreativ- und Experimentierbereiche im Gruppenraum oder durch einen Bewegungsraum zum Spielen und Toben. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unserem Interview mit Silke Schönrade, Expertin für Innenarchitektur und Raumkonzepte im Kindergarten. Entdecken Sie zudem auf den folgenden Seiten Anregungen, wie Sie in Kindergarten und Kita Bildungsprozesse anstoßen und Kindern helfen können, ihr Potenzial zu entfalten, sowie Beispiele für eine entwicklungsfördernde Raumgestaltung im Kindergarten!

Zu den einzelnen Bildungsbereichen

 

Förderung der kindlichen Entwicklung in den Bildungsbereichen

In der praktischen Arbeit lassen sich die Bildungsbereiche nicht so klar voneinander abgrenzen, wie das die Bildungspläne vorgeben. In allen Bereichen gibt es Überschneidungen. Fast alle Aktivitäten und Unternehmungen im Kindergarten- und Kita-Alltag fördern Kompetenzen, die verschiedenen Bereichen zuzuordnen sind. So kommen Bewegungsangebote immer auch der Wahrnehmung und sozialen Entwicklung zugute. Musik und Rhythmus wiederum sind eng mit der Sprachkompetenz verwoben.

Worum es geht ist, Ihnen als Erzieherinnen und Erziehern Orientierung zu geben. Damit Sie Ihre Bildungsarbeit in Kindergarten und Kita strukturieren und umfassend anlegen können. Damit sprechen Sie die individuellen Anlagen aller Kinder an und geben jedem die Chance, seine persönlichen Vorlieben und Stärken zu entdecken.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei dieser schönen Aufgabe und freuen uns, wenn wir unseren Teil zu ihrem Gelingen beitragen dürfen.

 

Impulse für gelingende Bildungsprozesse: Interview mit Silke Schönrade

Silke Schönrade,
Fachberaterin für Innenarchitektur und Raumkonzepte im Kindergarten

Kinder ganzheitlich zu fördern und ihnen zu helfen, sich zu eigenverantwortlichen, selbstständigen und neugierigen Persönlichkeiten zu entwickeln, ist eines der wichtigsten und schönsten Ziele der Elementarpädagogik. Den Rahmen, innerhalb dessen Kinder gefördert werden sollen, geben die Bildungspläne der Länder vor. Die konkrete Ausgestaltung und Schwerpunktsetzung ist den einzelnen Kindertagesstätten überlassen. Welche Rolle die Raumgestaltung für das Gelingen von Bildungsprozessen spielen kann, weiß Silke Schönrade. Sie erstellt Raumkonzepte für Kindergärten und Kindertageseinrichtungen und unterstützt diese bei der Gestaltung und Ausstattung von Räumen.

 

Frau Schönrade, was bedeutet Bildung im Elementarbereich? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sollen Kinder dort erwerben?

Bildung im Elementarbereich meint nicht den Erwerb von schablonenhaftem, abfragbarem Wissen, sondern ist als sozialer Prozess zu verstehen. Es geht darum, Kindern vielfältige Impulse und Anregungen zu geben und ihnen zu ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen und Aufgaben zu bewältigen. Wenn Kinder ihre Umwelt selbstständig erforschen können, entwickeln sie in ihrem Spiel neue Fähigkeiten und entdecken und verstehen Zusammenhänge. Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, diese Bildungsprozesse durch vielfältige Anregungen in Gang zu setzen und begleitend zu unterstützen.

 

Kinder lernen ganzheitlich. Neue Fähigkeiten lassen sich selten isoliert betrachten. Welchen Nutzen für die tägliche Arbeit hat da die Einteilung in sieben voneinander unterschiedene Bildungsbereiche?

Die Bildungsbereiche umfassen elementare Inhalte, die für eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung von Bedeutung sind. Sie sprechen die unterschiedlichen Anlagen und Fähigkeiten der einzelnen Kinder an und ermöglichen ihnen, die eigenen Vorlieben und Stärken zu entdecken. Auch stellen sinnvoll arrangierte Bildungsbereiche eine Basis dar, um komplexe Themen alters- und entwicklungsgerecht zu strukturieren und bieten den pädagogischen Fachkräften Orientierung bei der Planung von Aktivitäten und Projekten.

 

Wie sind die Bildungsbereiche untereinander zu gewichten? Ist das jeder Einrichtung selbst überlassen?

Nahezu jede Einrichtung hat ihre eigene Konzeption und setzt eigene Schwerpunkte. Richten diese sich nach den Interessen, speziellen Kenntnissen und spezifischen Neigungen, die die pädagogischen Fachkräfte mit in die jeweilige Einrichtung bringen, spricht man vom sog. „Fachfrauenprinzip“.
Sind einmal die Schwerpunkte der Einrichtung z.B. als Bewegungs-, Forscher-, Musik- oder Sprachkita festgelegt, nehmen diese Themen natürlich auch bei der Raumkonzeption und der Raumgestaltung einen größeren Stellenwert ein als andere Themen. Unabhängig von der konkreten Schwerpunktsetzung der einzelnen Kita allerdings werden die Kinder zum Ende eines jeden Kindergartenjahres mit allen Bildungsthemen in Berührung gekommen sein – nur eben mit einigen intensiver als mit anderen.

 

Wie kann nun die Raumgestaltung die alltägliche Bildungsarbeit konkret unterstützen?

Wenn es um die Frage geht, was gute und nachhaltige frühkindliche Bildung ausmacht, spielt die Raumgestaltung eine zentrale Rolle. Kindertageseinrichtungen entwickeln sich immer mehr zum Lebensort der Kinder. Sie sollten daher Orte sein, an denen Kinder sich wohl und geborgen fühlen. Hier sind die Raumgestaltung und -konzeption gefragt: Entwicklungs- und bildungsförderlich ist es, wenn der Gruppenraum sowohl Vertrautes und Sicheres wie auch Neues und Außergewöhnliches bietet. Eine vorbereitete Umgebung, bildungsanregende Spielarrangements sowie eine ästhetisch ansprechende Raumharmonie sind tragende Säulen der Gestaltung. Ordnung, Übersicht und eine strukturierte Anordnung der Materialien sind ebenfalls bedeutsame Aspekte. Sie bieten Kindern Orientierung und begünstigen nachweislich das Spielverhalten. So kann der Raum zu einer sinnesreichen Erfahrungswelt werden, die bis zum letzten Kindergartentag vielfältige individuelle Herausforderungen bietet und zum Erkunden und Entdecken einlädt.

 

Wie können die einzelnen Bildungsbereiche in einer Einrichtung sinnvoll verortet werden?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern ist von mehreren Faktoren abhängig. Hier spielen die Konzeption der Einrichtung, also die grundsätzliche Entscheidung für gruppenbezogene oder offene Arbeit, die thematische Schwerpunktsetzung und auch Grundriss und Größe der Einrichtung eine wichtige Rolle.
Bei der offenen Arbeit etwa können die einzelnen Gruppenräume zu Funktionsräumen umgestaltet werden, die allen Kindern offenstehen und in denen Möbel, Materialien und Spielangebote auf einen Schwerpunktbereich hin ausgerichtet sind. In Einrichtungen mit gruppenbezogener Arbeit bietet es sich an, Gruppenräume so zu gestalten, dass sie sich schwerpunktmäßig auf ein bis zwei Bildungsbereiche konzentrieren, zum Beispiel auf das Bauen und Konstruieren sowie auf das Rollenspiel, ohne dabei die anderen Themen völlig außer Acht zu lassen. Die weiteren Bildungsbereiche können in Gruppenneben- oder Differenzierungsräumen abgedeckt werden, die evtl. auch von mehreren Gruppen gemeinsam genutzt werden.

 

Frau Schönrade, was sind Ihrer Meinung nach die Erfolgsfaktoren für gelingende Bildungsprozesse bei Kindern?

Ein liebevolles Umfeld und eine entspannte, freundliche Atmosphäre, in der Kinder alters- und entwicklungsgemäß sowohl Anregungen erhalten wie auch Sicherheit und Geborgenheit erfahren, stehen für mich an erster Stelle. Und natürlich spielen die pädagogischen Fachkräfte und alle anderen, die die Entwicklung des Kindes begleiten, eine wichtige Rolle. Sie sind es, die eine elementare Entwicklungsphase im Leben der Kinder entscheidend mitprägen und wesentlich dazu beitragen, dass diese Zusammenhänge erfassen und zu einem Gesamtbild zusammenfügen können. In Verbindung mit einer sinnvollen Raumgestaltung und optimierten Raumnutzung sowie einer an den Stärken des Kindes orientierten Haltung bilden diese Faktoren den „Königsweg“ für das Gelingen von Bildungsprozessen in der frühen Kindheit.

 

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Das Wehrfritz Ideenheft Bildungsbereiche

Kinder ganzheitlich zu fördern und ihnen zu helfen, sich zu eigenverantwortlichen,
selbstständigen und neugierigen Persönlichkeiten zu entwickeln, ist eines der schönsten
Ziele der Elementarpädagogik. Um Sie darin zu unterstützen, haben wir das neue Ideenheft Bildungsbereiche zusammengestellt. Dort erhalten Sie beispielsweise Einblicke in die Bildungsbereiche Sprache & Kommunikation, Wahrnehmung & kognitive Entwicklung,
Bewegung & Gesundheit oder Kreativität und viele weitere Informationen.

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