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Auf den Punkt gebracht – mit ganzheitlicher Spielpflege gemeinsam Erkenntnisse gewinnen

Mit dem Begriff Spielpflege meint Friedrich Fröbel die Einheit von Betreuung und Bildung, mit der sich Erzieher(innen) den Kindern widmen. Er versteht sie als Kreativitäts- und Lernförderung in Form von Verständnis und Erkenntnis. Die Erzieher(innen) sollten sich am Spiel beteiligen und dieses begleiten. Dabei gibt es für die Spielgaben eine festgelegte Spiel-Grundstruktur aber der Umgang mit ihnen ist variabel. Die Spiel-Grundstruktur, aber ist als Orientierung für die Erzieher(innen) gedacht und bildet die Grundlage für das freie Spielen mit dem Kind. Die Art und Weise der Beschäftigung mit den Spielmaterialien ist abhängig von den individuellen Bedürfnissen des Kindes.

 

Spielpflege verbindet kognitive Förderung, soziales Lernen
und emotionale pädagogische Zuwendung.

 

Das Miteinander zwischen Kindern und Erzieher(innen) sowie das der Kinder sollte von Respekt und Achtsamkeit geprägt sein. Das trainiert neben der kognitiven Entwicklung auch wichtige soziale und kooperative Kompetenzen. Friedrich Fröbel sieht die Spielpflege im Kindergarten außerdem in Ergänzung und im Austausch mit der Familie, auch in diesem Punkt ist sein Ansatz ganzheitlich und modern.

 

Von Punkt zur Fläche zum Plastischen

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Prickeln nach fröbelscher Art – mit sprachlicher Begleitung

Zunächst werden die Umrisse eines Motivs mit Hilfe einer Vorlage von vorn gestochen, bevor es im wahrsten Sinne des Wortes „ins Detail geht“.

Die Kinder stehen vor der interessanten Frage: „Von welcher Seite muss ich mit der Prickelnadel stechen, um auf der Vorderseite kleine Erhebungen zu erzeugen?“

Diesen Zusammenhang zu erfassen, fördert die kognitive Flexibilität und das räumliche Vorstellungsvermögen der Kinder. Wichtig ist dabei auch, dass die gezielte Auswahl der Details den Kindern überlassen bleibt und sie nicht einfach „drauflosprickeln“, sondern sorgfältig in einem bestimmten Rhythmus arbeiten. So werden ganz nebenbei die Feinmotorik und die Auge-Hand-Koordination gefördert.

Ein Beispiel für die sprachliche Begleitung durch den/die Erzieher(in): „Schau genau, triff den Punkt, pieks das Loch – Nadel hoch!“

Das Wiederholen dieses „Prickelverses“ fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Prickeln im Sinne Fröbels vermittelt den Kindern nicht nur Achtsamkeit im Umgang mit der Prickelnadel, sondern – durch das Zusammensetzen von Rechtecken, Kreisen und Dreiecken – auch spielerisch geometrisches Grundwissen. Sehr beliebt ist bei Kindern auch das Prickeln von Lebensformen, wie Tieren oder Blumen. Dabei ergeben sich vielfältige Gesprächsmöglichkeiten über deren Lebensräume – während des Prickelns und darüber hinaus.

 

Von Punkt zur Linie zur Fläche zum Plastischen

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Fädeln nach fröbelscher Art – mit sprachlicher Begleitung

Wie bei allen anderen Handwerkstechniken kommt es auch beim Fädeln nach Fröbel auf Ordnung und eine strukturierte Arbeitsweise an: So werden die Perlen zunächst nach Farben geordnet und in die Materialschalen einsortiert. Dieses Vorgehen fördert bei Kindern das Kennenlernen und Benennen von Farben. Fröbel stellte hierbei immer einen direkten Bezug zur Natur her: Er sprach nicht einfach nur von Grün, Blau oder Gelb, sondern von Grasgrün, Himmelblau oder Sonnengelb.

Nun geht es unter sich wiederholender sprachlicher Begleitung ans Fädeln einer bunten Perlenschlange:

 

„Fädle so: Drei Rote, zwei gelbe…“

 

„…rechts auffädeln, links durchziehen – festziehen,“ 

 

„Faden hin, Faden her!“

 

Durch das Abzählen der Perlen wird das erste Zahlenverständnis gefördert. Die Arbeitsschritte schulen die räumliche Orientierung. Sie werden mehrfach wiederholt, wobei die Perlen immer abwechselnd auf das rechte und linke Schnurrende gefädelt werden. Zum Schluss werden die Schnurenden verknotet.

Wie bei allen Fädelarbeiten wird auch hier nicht nur die Feinmotorik gefördert, sondern auch die Vorstellung von Mengenverhältnissen, Symmetrien und Reihenbildung: Aus wievielen Perlen bestehen der Kopf und der Körper der Schlange? In welcher Reichenfolge müssen die Perlen gefädelt werden, damit ein bestimmtes Muster entsteht? Und wie verhält es sich ganz konkret mit der Symmetrie? Alle Antworten auf diese Fragen können die Kinder spielerisch beim Fädeln einer „fröbelschen Perlenschlange“ herausfinden. Weil diese Arbeit insgesamt sehr anspruchsvoll ist, benötigen besonders jüngere Kinder dabei vermehrt Unterstützung.

 

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