Für Fröbel Starter

Was ist Fröbelpädagogik – Das Fröbel 1 x 1

Friedrich Fröbels Wirken war umfassend. Als Begründer des Kindergartens hat er die Basis für eine institutionelle und professionelle Bildung, Erziehung und Betreuung geschaffen. Auch seine philosophisch begründeten Theorien in seinem Hauptwerk „Die Menschenerziehung“ (1826) sind komplex. Viele Details der heutigen Frühpädagogik fußen auf seinem ganzheitlichen Bildungsansatz. Die Fröbel-Materialien von Wehrfritz bringen Ihnen vor allem die praxisrelevanten Ideen Fröbels näher. Da Fröbel seine didaktischen Ansätze aber mit eigenen Begriffen erklärte, ist es hilfreich diese sowie ihren Bezug zu aktuellen Ansätzen im Bildungsbereich zu kennen. Deshalb hier für Fröbel-Starter oder die, die einfach nochmal nachlesen wollen, die wesentlichen Begriffe aus dem Fröbel-Kosmos kurz erklärt:

 


Spielgaben

Die klassischen Spielgaben 1-6 sind ein System aus aufeinander aufbauenden Lerneinheiten, die Fröbel entwickelt hat. Diese regen Kinder ganzheitlich und nachhaltig zum Lernen im Spiel an. Sie bestehen überwiegend aus Holz und präsentieren den Kindern einfache geometrische Körper wie Kugel, Walze, Würfel und Quader. Jede Spielgabe hat einen eigenen Baukasten. Die 6 Baukästen bauen dabei von einfachen Körpern, z.B. Würfeln, bis zu komplexen Formen auf, z.B. ein Würfel unterteilt in 4 Prismen. Diese Spielmaterialien zum Erkunden haben eine festgelegte Spiel-Grundstruktur. Der Umgang mit ihnen variiert je nach den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder. Die Spiel-Grundstruktur ist als Orientierung für die Erzieherinnen und Erzieher gedacht und bildet die Grundlage für das freie Spielen mit den Kindern.

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Wehrfritz hat, in Anlehnung an Fröbels Spielgaben, die Fröbel Bausätze entwickelt. Sie sind einzeln oder als kompletter Fröbel-Bausatzwagen, wahlweise mit Rolluntersatz sowie in individueller Kombination mit dem Fröbel-Mobil erhältlich.

Lebensformen
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Dinge aus dem täglichen Leben

Schönheitsformen
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symmetrische, kreisförmige Muster/Mandalas

Erkenntnisformen
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erste mathematische und geometrische Erkenntnisse

Lebens-, Schönheits- und Erkenntnisformen

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Aus allen Baustein- und Legeformen können die Kinder zahl- und variantenreiche Formen und Bauwerke bilden. Fröbel bezeichnete diese als Lebens-, Schönheits- und Erkenntnisformen. So begreifen Kinder die Grundlagen der Ästhetik, Geometrie und Mathematik mit den eigenen Händen. Spielend erschließen sie sich die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten.


Beschäftigungsmittel

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Neben den klassischen Spielgaben wollte Fröbel den Kindern auch handwerkliche Tätigkeiten mit bestimmten Spielmaterialien näher bringen. Diese finden sie bei Wehrfritz als Kreativ-Techniken wie flechten, prickeln, sticken und fädeln sowie sortieren und legen. Eine besondere Bedeutung nimmt das Kennenlernen des Alphabets und das Entdecken der Natur ein.


Nachgehende Erziehung

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Damit sich jedes Kind optimal entwickeln kann, sollte es nach Fröbel sensibel begleitet werden. Das heißt, die Erzieherinnen und Erzieher greifen nicht zu viel und nicht zu wenig in den kindlichen Erkenntnisprozess ein. Sie geben den Kindern genau das richtige Maß an einfühlsamer Unterstützung, indem sie die Kinder im freien Spiel und im Prozess der Selbstbildung genau beobachten. So bekommen sie ein gutes Gespür dafür, wann Situationen für Lernanlässe entstehen. Dabei sind Ästhetik, Sprache und Mathematik immer eng miteinander verknüpft. Bewährte Spielmuster und Techniken werden Schritt-für-Schritt erklärt.

Das Erklären der Erzieherinnen und Erzieher sollte sich nie vorschreibend, bestimmend oder eingreifend auf den Spiel- und Lernprozess der Kinder auswirken. Die Kinder werden von den Erzieherinnen und Erzieher vielmehr bewusst und behutsam sprachlich begleitet. Auch heute sind diese Aspekte in der Entwicklungspsychologie und für pädagogische Lernmethoden relevant. Man spricht hier von sensitiver Responsivität und in der praktischen Umsetzung von Ko-Konstruktion. Die Erzieherinnen und Erzieher begegnen den Kindern mit Gelassenheit, Optimismus und Wertschätzung. So entsteht ein Miteinander, das von Vertrauen geprägt ist. Dies ist die ideale Basis, um von klein auf erfolgreich vielfältige Kompetenzen aufzubauen.


Sprachliche Begleitung

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Kindgemäß anregen, fördern und stärken bedeutet nach Fröbel, einen Dialog zwischen Erzieherinnen oder Erziehern und Kindern aufzubauen. Die Erzieherinnen und Erzieher nehmen so Anteil an den Entdeckungen, Empfindungen und Erkenntnissen der Kinder. Beim genauen Zuhören merken sie, wo die Interessen der Kinder liegen, welche Materialien sie zur Verfügung stellen und welche Inhalte sie thematisieren können. Die Erzieherinnen und Erzieher erklären auch Themen oder zeigen Techniken, wie z.B. das Flechten. Dabei geben sie bewusst wenige Reize, sodass die Kinder selbstständig neue Erkenntnisse gewinnen.

Anregungen zur erfolgreichen sprachlichen Begleitung der Fröbel-Materialien von Wehrfritz finden Sie zu allen Spielarten (Bauen, Legen, Sortieren) und Kreativtechniken. Besonders ausführlich wird die sprachliche Begleitung bei den Themen „Mit Fröbel das Alphabet kennenlernen“ sowie „Mit Fröbel die Natur entdecken" erklärt. Fröbels sprachliche Begleitung mit der zentralen Rolle des Dialogs wirkt auch heute noch in aktuellen Ansätzen und Methoden zur Sprachentwicklung nach.

So beispielsweise in der alltagsintegrierten Sprachbildung sowie in der alltagsintegrierten Sprachförderung. Hier ist besonders das Arbeiten mit bestimmten Fragetechniken sowie korrektivem Feedback hilfreich. 


Ganzheitliche Spielpflege

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Damit meint Fröbel die Einheit von Betreuung und Bildung, mit der sich die Erzieherinnen und Erzieher den Kindern widmen. Er versteht sie als Kreativitäts- und Lernförderung in Form von Verständnis und Erkenntnis. Die Erzieherinnen und Erzieher sollten sich am Spiel beteiligen und dieses begleiten. Die ganzheitliche Spielpflege verbindet kognitive Förderung, soziales Lernen und emotionale pädagogische Zuwendung. Das Miteinander zwischen Kindern und Erzieherinnen und Erziehern sowie das der Kinder sollte von Respekt und Achtsamkeit geprägt sein. Das trainiert neben der kognitiven Entwicklung auch wichtige soziale und kooperative Kompetenzen. Fröbel sieht die Spielpflege im Kindergarten außerdem in Ergänzung und im Austausch mit der Familie. Auch in diesem Punkt ist sein Ansatz ganzheitlich und modern.



Wer ist Friedrich Fröbel?

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Friedrich Fröbel (1782 – 1852) war Reformpädagoge, Rebell und Visionär. Er wirkte als Erzieher, Lehrer, Spielentwickler und Unternehmer. Hier finden Sie eine Annäherung an seine pädagogischen Ansätze und innovativen Spielideen:

Was ist das Wesentliche der Fröbelpädagogik?

Im Mittelpunkt stehen das Kind und seine individuellen Bedürfnisse in der Entwicklung. Kinder, Pädagogen und Eltern sollen achtsam und bewusst miteinander umgehen, voneinander lernen und sich gemeinsam entwickeln. So werden die Kinder zu freien, denkenden, selbsttätigen Menschen.


Was für ein Bild hatte Fröbel vom Kind?

Als Teil der Natur ist jedes Kind einzigartig und hat spezielle Begabungen. Die Kinder haben einen natürlichen Antrieb und kreatives Potenzial. Sie wollen tätig sein um selbstbestimmt Neues zu entdecken und sich so weiterzuentwickeln. Wie das geschieht ist bei jedem Kind anders. Aber immer sollten sie von Erzieherinnen und Erziehern mit ganzheitlicher Spielpflege und nachgehender Erziehung behutsam sprachlich begleitet werden.


Welche Rolle nimmt das Spielen dabei ein?

Spielen ist Lernen. Dabei sind vor allem die frühen Jahre entscheidend, denn die Kinder tragen von Anfang an alle Fähigkeiten in sich. Beim Spielen eignen sie sich die Welt an und gehen, je nach Interessen ihren persönlichen (Lern-)Weg. Um sich zu entwickeln brauchen Kinder nur den Freiraum, die Spielmaterialien und Techniken:


Was macht richtig gute Spielmaterialien aus?

Gute Spielmaterialien sind nach Fröbel auf das Wesentliche konzentriert, zeichnen sich durch klare Formen und Farben aus. Sie ermöglichen den Kindern schöpferisch tätig zu sein und sich so zu entwickeln. Wenn die Materialien den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes entsprechen und ihm Herausforderungen ermöglichen, meistert es die nächste Entwicklungsstufe von allein. Dafür hat Fröbel selbst Spielgaben entwickelt und produziert, dazu Anleitungen für Erzieherinnen verfasst und so eine eigene Spielpädagogik begründet.


Welche Materialien könnte man in Fröbels Sinn heute ergänzen?

Aktuell gibt es eine Fülle an Kreativ-Materialien und -Techniken. Spannend ist für die Kinder z.B. die moderne Interpretation der Legematerialien als Fensterfolie. So lassen sich die von Fröbel definierten Lebens-, Schönheits- und Erkenntnisformen zeitgemäß umsetzen.


Wie ist Fröbel zu seinen Ansichten gekommen?

Fröbel hat ca. 20 Jahre als Lehrer und Schulleiter in unterschiedlichen Einrichtungen gearbeitet. Anfangs war er bei Johann Heinrich Pestalozzi tätig und beschäftigte sich mit seiner Pädagogik. Darauf aufbauend entwickelte er seine eigene Schulpädagogik und machte sie publik. 1840 gründete Fröbel den weltweit ersten Kindergarten in Bad Blankenburg und erstellte ein Konzept zur Frühen Bildung. Für den Kindergarten bildete er selbst Erzieherinnen aus. Dazu erstellte er eigene Lehrpläne, leitete Kurse in verschiedenen Städten und gründete ein eigenes Ausbildungsinstitut.


Was hat Fröbel in seinem persönlichen Leben stark geprägt?

Fröbel wuchs als 6. Kind in einer christlich-orthodoxen Pfarrersfamilie auf. Seine Mutter starb bereits wenige Monate nach Fröbels Geburt. Seine Stiefmutter verhielt sich distanziert. Die wenige gemeinsame Zeit mit seinem Vater verbrachte Fröbel oft mit ihm im Garten. Auch allein beschäftigte er sich oft in der Natur, die ihm schon früh ein vertrauter Freund wurde. Fröbel dachte viel über die Bindung und Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen nach. Vielleicht konnte er gerade aufgrund seiner eigenen Kindheit und dem was er erlebt oder vermisst hat, eine detaillierte Vorstellung von einem wertvollen menschlichen und erzieherischen Miteinander entwickeln.


Wie sah Fröbels berufliche Laufbahn aus?

Nach der Schule arbeitete Fröbel als Landvermesser bei einem Förster und studierte an verschiedenen Universitäten naturwissenschaftliche Fächer. Zunächst wollte er Architekt werden, entschied sich dann aber für den Lehrberuf. Nach all seinen bildungspolitischen Erfolgen und Errungenschaften war das Verbot der Kindergärten 1851, kurz vor seinem Tod, ein schwerer Schlag für Fröbel. Dieses Verbot wurde erst nach seinem Tod, 10 Jahre später, wieder aufgehoben. Zwar hat Fröbel das nicht mehr erlebt, doch sein Konzept zur Frühen Bildung fand international große Beachtung und ist heute so aktuell wie nie!