Wir entdecken die Welt - Frühe Förderung

Bedürfnisse von Kindern unter drei Jahren:
Lösungen für den Krippenbedarf

Kinder kommen mit einer angeborenen Neugier auf die Welt und erschließen sich ihre Umgebung Tag für Tag ein bisschen mehr. Die Sinnesfähigkeiten der Kleinsten sind bereits erstaunlich ausgeprägt und treiben die rasante Entwicklung im Krippenalter voran. Mit allen Sinnen erkunden Kinder unter 3 Jahren den Raum. Sie machen sich die Welt im Spiel zu eigen und vollbringen wahre Meisterleistungen. Unbekanntes wird bekannt, Fähigkeiten und Haltungen werden entwickelt, die ein Leben lang gebraucht werden. Dazu brauchen die Kleinsten vor allem liebevolle und verlässliche Bezugspersonen und eine Umgebung, die sie auf vielfältige Weise anregt. Pädagogen und Pädagoginnen unterstützen dabei behutsam, indem sie die Voraussetzungen für diese freie Entfaltung und Entwicklung schaffen.

Wie muss Betreuung gestaltet sein, um den Bedürfnissen der Kinder unter drei Jahren gerecht zu werden? Anregungen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

 

Sinnesförderung: Die Welt mit allen Sinnen entdecken

Wie schmeckt ein Würfel? Und wie klingt Rot? Krippenkinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen: Sie schauen, hören, fühlen, tasten, riechen und schmecken. Eine Umgebung, die die Sinne der Kleinsten anregt, fördert sie ganzheitlich. Hier werden sie staunen, nachdenken und verstehen. Sie lernen jeden Tag etwas Neues und können ihren wachsenden Bewegungsdrang ausleben.

 

Mit vollem Körpereinsatz – Körperbewusstsein entwickeln

Wörter wie oben, unten, links und rechts, darüber und darunter, dahinter und davor wären für ein Kind leere Begriffe, wenn es in seiner Umgebung zu wenig Anreize für den Tastsinn, den Gleichgewichtssinn und die Tiefenwahrnehmung fände. Zusammen mit dem Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, vermitteln sie dem Kind jedes Mal die notwendigen Informationen über seine eigene Position im Raum, seine Entfernung von Dingen und Lebewesen und über deren Eigenschaften.

 

Mit Schwung bei der Sache – Grobmotorik und Bewegung

Nie wieder lernt ein Kind so viel in so kurzer Zeit wie in den ersten drei Lebensjahren: Vom reflexgesteuerten Neugeborenen zum munteren Krabbelmäuschen und schließlich zum selbstständigen Turnzwerg. Der natürliche Bewegungsdrang der Kleinen braucht einfühlsame Begleitung durch Bezugspersonen und sicheres Material, das zum Krabbeln, Aufstützen, Laufen und Hüpfen einlädt.

 

Mit den Händen begreifen – Wahrnehmung und Feinmotorik

Neugier, Begeisterung und die Möglichkeit, vielfältige Eindrücke über alle Sinne gleichzeitig zu sammeln, sind die Voraussetzungen, die das kindliche Nervensystem von Anfang an zur Entfaltung bringen. Unermüdlich hamstern Babys neues »Sinnesfutter« und suchen dabei nach Möglichkeiten, um sich an den eigenen Grenzen zu erproben. Und sie wissen genau, was sie zum Lernen brauchen, und wählen aus, was sie interessiert und fasziniert. Das können winzige, ganz banale Dinge wie ein Fussel, aber auch das Sofa, andere Möbel oder der Teppich sein. Denn alles, was sich spannend anfühlt, ist auch spannend. Und das will mit den Händen ganz genau erkundet werden.

 

 

Selbstwahrnehmung:
Sich selbst entdecken und geborgen fühlen

„Ich bin ich und nicht du.“ Diese Einsicht beginnt ab dem zweiten Lebensjahr zu wachsen, zum Beispiel wenn ein Kind sich zum ersten Mal selbst im Spiegel wahrnimmt. Nun entwickelt es immer mehr Gefühle wie zum Beispiel Stolz, Scham, Neid, und Verlegenheit, und prägt den eigenen Willen aus. Die Entwicklung von Autonomie findet im Spannungsfeld zwischen nach außen gerichtetem Entdeckerdrang und der Suche nach Geborgenheit bei großen und kleinen Bezugspersonen statt. Deshalb brauchen Krippenkinder auch Rückzugsmöglichkeiten, um die Eindrücke des Kita-Alltags zu verarbeiten.

 

Spiegelspiele

Im Spiel vor dem Spiegel spüren und beobachten Kleinkinder nicht nur ihre eigenen Bewegungen und sehen sich selber zu wie sie z. B. angezogen werden, sondern registrieren auch, was die anderen tun – und das ist eine durchschlagende Entdeckung! Von jetzt an werden das Erkennen und Unterscheiden, Imitieren und Nachahmen eigenen und fremden Verhaltens und das Auffinden von Gemeinsamkeiten zum spannenden, erfreulichen Spiel. Das Spiegeln begünstigt die ersten Schritte zur Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Gefühlen, Bedürfnissen und Zielen und damit der Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und damit auch den Aufbau sozialer Kompetenz. Pädagogen können die Kinder bei der Entdeckung des eignen Ichs unterstützen, indem sie die Spiegel an unterschiedlichen Orten zugänglich machen: zum Herumkrabbeln, an den Wänden oder zum in die Hand nehmen. Außerdem können Spiegel auch als tolle Spielfläche genutzt werden, z. B. mit magnetischen Spielfiguren.

Spiegelspiele

 

Geborgenheit in der Kita

Geborgenheit in der Kita

Schon sehr junge Kinder brauchen neben verlässlichen erwachsenen Bezugspersonen auch andere Kinder als Mitmacher, Spielbegleiter, Vorbilder und Feed-Back-Geber. An ihnen können sie sich orientieren und dabei verstehen lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben können als sie selbst. Krippen- und Kita-Räume sollen deshalb den vielfältigen Bedürfnissen der Gruppe gerecht werden, insbesondere bei altersgemischten Gruppen. Ideal ist eine Balance zwischen Bewegungs- und Entspannungsmöglichkeiten, Rückzugsnischen und Kontaktfeldern, geförderter Eigeninitiative und Fremdreizen.

 

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Symbol- und Rollenspiel: Der Welt mit Fantasie begegnen

Im Alter von zwei Jahren werden Spielsachen zu Vertretern realer Lebewesen oder Dinge und im Symbolspiel für einfache Spielhandlungen eingesetzt: Im Spielzeugauto düsen die Kleinen los wie Mama und Papa oder lassen ein Spielhuhn gackernd nach seinen Küken rufen. Vom Symbolspiel ist es nicht weit zum Rollenspiel, in dem das Kind selbst die Eindrücke der Außenwelt nachahmt.